Posts Tagged ‘Auckland’

Die letzten Tage in Neuseeland sind angebrochen. Mittlerweile bin ich gemeinsam mit meiner österreichischen Begleitung (ich freu mich wirklich über diesen Besuch) auf der Südinsel unterwegs – die folgenden Blogeinträge entstehen gemeinsam…

Tag 1 (23. November):
Strecke: Auckland (0 km)

Die Verstärkung aus Österreich kommt in Auckland an – das Abenteuer kann also beginnen! Und das tut es auch gleich in den ersten Minuten. Nicht einmal vom knallgelben Crew-Schild und den vielen Flughafen-Aufklebern abgeschreckt wird der Koffer der Chefstewardess geschnappt. Die Verwechslung wird knapp vorm Einsteigen in den Bus bemerkt. Einen peinlichen Umtausch und viele unterwürfige Entschuldigungen bei der betroffenen Mitarbeiterin von Air New Zealand später sind wir nach einer weiteren kleinen Weltreise endlich am Campus angekommen. Der Gast aus der Heimat bekommt sogar sein eigenes Zimmer.

Stadttour, Fahrt auf den Skytower, Rundgang durch den Hafen sowie der Besuch der Lieblingslokale mit köstlichem Bier runden Tag Eins im Süden der Welt ab.

Tag 2 - Blinker-Reparatur

Tag 2 (24. November):
Strecke: Flug Auckland-Queenstown, Queenstown-Five Rivers-Moosburn-Te Anau (186 km)

Tag Zwei beginnt gleich mit einem Schock: Als locker-lässige Studenten (schließlich wohnt man ja am legendären Campus) machen wir uns erneut auf den Weg zum Flughafen – Queenstown wartet auf uns. Der strenge Schaffner schenkt selbst der Langzeit-Studenten-Version keinen Glauben, knallhart wird eine Aufzahlung vom günstigeren Ticket verlangt. Ob die grauen Strähnen doch schon zu viel sind?

Reibungslos dann der Flug zum International Airport der 10.000 Einwohner-Stadt Queenstown. Nach der Gondelfahrt auf den Hausberg mit wunderbarem Ausblick auf Stadt und See gehts mit dem gemieteten Toyota Richtung Te Anau. Auf halber Strecke nimmt der Fahrer dann den Kampf mit einem Vogel auf. Das Ende: Vogel tot, linker Blinker hängt aus der Halterung. Ein Pflaster kann schnell Abhilfe schaffen.

Die erste Nacht ist in einer Jugendherberge geplant: Um als bequeme “Koffer-Touristen” nicht mit bösen, schiefen Blicken bestraft zu werden, lassen wir die großen Taschen lieber im Auto. Die nötigsten Utensilien werden im Schutz der Dunkel in den kleinen Outdoor-Rucksack umgepackt und mit diesen selbstbewusst die Herberge zu betreten. Das Schnösel-Image konnten wir so erfolgreich versteckt halten.

Tag 3 - Milford Sounds

Tag 3 (25. November):
Strecke: Te Anau-Milford Sounds-Te Anau-Manapouri-Clifden-Riverton-Invercargill (435 km)

Tag Drei beginnt noch bei Dunkelheit – schließlich fängt der frühe Vogel den Wurm und wir wollen vor den Touristenbussen auf der Straße Richtung Milford Sound sein. Die Mühen der langen und anstrengenden Autofahrt werden mit einer beeindruckenden Landschaft und einem grandiosen Ausblick auf die Mächtigkeit der Natur belohnt. Das lahme Auto wird bei der Berg- und Talstrecke an seine Grenzen gebracht, der Mensch in der Maschine überschreitet sie sogar. Einen Kilometer fahren wir durch einen schmalen, unbeleuchteten, steilen und ungesicherten Tunnel mit kleinen Wasserfällen – als mutige Männer geben wir ein mulmiges Gefühl zu. In Wahrheit waren wir über jeden einzelnen Haltegriff im Auto froh.

Die Rück- und Weiterfahrt in die idyllische (industriell geprägte) Kleinstadt Invercargill (mit nur Ein-Stock-hohen Häusern) gestaltet sich entspannter. Viel aufregender dann die Suche nach einem offenen Lokal in der 50.000-Einwohner-Stadt. Nach 20 Minuten Fußmarsch taucht dann endlich ein Irish-Pub auf, zum Abendessen gibts auch die erste Lektion in Kiwi-Culture auf dem Präsentierteller. Fazit: Schon um 21 Uhr betrunkene und relativ laut sprechende Einheimische, nackte Füsse oder Schuhe auf Lokaltischen und interessierte Fragen an die Touristen gehören einfach dazu.

Kleiner Nachtrag zum Kampf mit dem Vogel: Seinen letzten Sieg durfte das Federvieh nicht mehr miterleben. Auf der Fahrt Richtung Süden haben wir den Blinkerkasten verloren. Nach der Suche im Straßengraben hilft jetzt wohl nur mehr Super-Kleber!

Tag 4 - Starbucks Invercargill

Tag 4 (26. November):
Strecke: Invercargill-Fortrose-Slope Point-Papatowai-Owaka-Nugget Point-Balclutha-Dunedin (300 km)

Tag Vier der Kiwi-Tour beginnt nachdem wir alle Utensilien für die Blinkerreparatur besorgt hatten mit einem Frühstück im südlichsten Starbucks der Welt (Invercargill). Gut gestärkt führt uns der kurvige Weg entlang der Südküste bis zum südlichsten Punkt Neuseelands – dem Slope Point. Nur mehr 4800 Kilometer vom Südpol entfernt präsentiert sich die Welt in einer ganz anderen Dimension: Der unendliche Blick übers Meer – ist dort wirklich das Ende der Welt?

Durch weite grüne Täler, steile Hügel und entlang von Meerbuchten fahren wir weiter zum Nugget Point, dem Süd-Ost-Zipfel der Südinsel. Auch Seelöwen müssen den Ausblick um den kleinen Leuchtturm genießen, viele von ihnen nutzen die dortigen Felsen als Ruheplätze.

Auf der Reise entlang der Küste werden auch das erste Mal kleine Heimatgefühle wach. Wir machen Rast bei einer Aussteigerin aus Salzburg (in “Niagara Falls”), die und vorzüglich versorgt. Mit den vier Wiener am Nachbartisch entwickelt sich sogar ein Gespräch, das aber nach einer einzigen Frage schon wieder zu Ende ist: “Aus welchem Bezirk kummts ihr denn?”

Den Abend und die Nacht verbringen wir in einem historischen Hotel in Dunedin im Osten der Insel. Lektion 2 in Kiwi-Culture steht beim Weggehen auf dem Programm – das Thema der mehrstündigen Studie: Das Tanz- und Balz-Verhalten der jungen Kiwis am Freitagabend. Fazit: Junge Damen tragen hohe Stöckelschuhe, die Burschen Flip-Flops oder Wanderschuhe – und: total besoffen sein ist auch hier ab 21 Uhr salonfähig!

Tag 5 - Alexandra

Tag 5 (27. November):
Strecke: Dunedin-Otago Peninsula-Dunedin-Milton-Raes Junction-Roxburgh-Alexandra-Cromwell-Queenstown 373 km

Der nächste Tag sollte ohne weitere Blinker- und Auto-Zwischenfälle über die Bühne gehen (die vorläufige Reparatur mit Isolierband besteht den Härtetest) – auch im Nebel. Den Morgen von Tag Fünf verbringen wir nämlich auf der so schönen Otago Peninsula direkt bei Dunedin. Der Nebel versperrt jegliche Sicht auf Meer oder Landschaft und erinnert sehr an das österreichische November-Wetter.

Dafür erklimmen wir lieber die steilste Straße der Welt (Baldwin Street in Dunedin), deren Gehsteige sogar als Stufen ausgeführt sind. Manche Touristen kommen dorthin, gehen 50 Meter nach oben, geben auf (oder müssen aufgeben) und lassen sich dort fotografieren.

Die Tour selbst geht jetzt zurück in den Westen der neuseeländischen Südinsel, unser Ziel ist der Ausgangspunkt Queenstown. Wir wählen dafür die Hauptverbindung über die Motorways 1 und 8 – es geht schnell voran, dafür gibt es aber auch nicht viel zu sehen. Zwischen Roxburgh und Alexandra werden wir dann angenehm überrascht: Stauseen und Dämme prägen die wunderschöne Landschaft, einmalige Felsformationen sind bei Alexandra zu sehen (diese Strecke kann ich nur empfehlen).

Den Abend verbringen wir dann in der Adrenalin-Hauptstadt Queenstown und müssen am Samstag Abend (!) um 1:00 Uhr gelangweilt wieder abziehen – tote Hose in allen Clubs. Sehr Schade, die Stadt selbst ist aber auf jeden Fall einen Besuch wert.

Tag 6 - Lake Wanaka

Tag 6 (28. November):
Strecke: Queenstown-Cardrona-Wanaka-Haast Pass-Haast (228 km)

Die langen Tage und kurzen Nächte fordern ihr Opfer: es wird der erste ruhige Tag eingelegt. Ausgiebiges Frühstück mit Blick über den See (Queenstown) und bereits nach 50 Kilometern der erste Zwischenstopp in Wanaka. Dort wird die Mittagszeit – wieder einmal – am See in der Sonne (oder je nach Vorlieben im Schatten genossen). Als Belohnung winkt ein kleiner Snack und ein Eis.

Die Stärkung hatten wir auch dringend notwendig, im Labyrinth des Wanaka Puzzle House haben wir locker fünf Kilometer abgespult und dabei alle vier farbigen Türme gefunden. Die Aufgabe war somit erfüllt, nur den Ausgang haben wir nicht mehr gefunden. Dass wir über den Notausgang verschwunden sind, hat glücklicherweise niemand bemerkt.
Danach wird die erste Überquerung der neuseeländischen Alpen (Haast Pass) in Angriff genommen, auch auf diesem Weg werden wir wieder mit traumhaften Aussichten belohnt. Nicht umsonst hat mal jemand geschrieben: “Mit dem Auto in Neuseeland unterwegs zu sein funktioniert wie Fernsehen – einfach da sitzen und das tolle Programm genießen.”

Mit dem Programm war dann allerdings bald Schluss – die Ruhe des ganzen Tages wurde am Abend unfreiwillig verlängert. Im 300-Einwohner-Ort Haast sperrt die Dorfkneipe nämlich um 21 Uhr zu. Unser Flehen nach zwei schnellen Abschlussgetränken wurde mit vehementen Kopfschütteln abgelehnt. Unter den 100 Hirschgeweihen an Decke und Wänden war der böse Blick der Kellnerin ziemlich einschüchternd und wir haben uns in die Wildnis verabschiedet, um Fuchs und Hase gute Nacht zu sagen.

Weiterer Plan:

In den nächsten Tagen geht es an der Westküste Richtung Norden (vorbei an den Gletschern) bis Punakaiki, von dort dann über den Arthurs Pass nach Christchurch. Anschließend steht noch Wellington und Auckland am Programm…

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Beat myself

Posted: October 31, 2010 in Marathon, NZ
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Ja, ich bin seeeehr zufrieden – mit 1 Stunde, 45 Minuten und mickrigen 3 Sekunden reiht sich der adidas Auckland Marathon an Position Eins meiner gelaufenen Halbmarathon. Was mir während der 21 Kilometern so durch den Kopf (oder die Ohren) gegangen ist, gibt es hier nachzulesen…

  • 0 mHalfmarathon Auckland (7:00): Start für 7.500 Halbmarathon-Läufer (die 2.500 Marathon-Läufer sind schon seit 6:10 Uhr unterwegs)
  • 500 m: puuuhhh – da sind aber ganz schön viele Leute unterwegs, fast wie beim Businnesrun in Wien (wer dort schon mal mitgelaufen ist, kennt sich jetzt aus)
  • 2,8 km: erstaunlich viele Fans an der Strecke (kurz nach 7 Uhr!), das Feld lichtet sich etwas
  • 4 km: das wird heute nix – schon drei Minuten hinter meinem Zeitplan
  • 4,8 km: das erste Auto wird gesichtet – so schlimm wie befürchtet ist das mit den nicht gesperrten Straßen aber nicht
  • 5,3 km: Xavier Naidoo (“Was wir alleine nicht schaffen”) gibt ersten Auftrieb – der iPod Shuffle wählt aus meiner speziellen 105-Song-Halbmarathon-Liste aus
  • 7 km: wie schnell die Zeit eigentlich immer vergeht, schon ein Drittel erledigt
  • 7,4 km: ohhh jaaaahhh, noch mehr musikalische Movation von Silver Connection: “Fly Robin Fly” – fast wie “Run Michael Run”
  • 10 km: genau 50 Minuten, das ist Timing – die Zeit wird besser, das motiviert
  • 11,5 km: die Labestation lassen wir aus, wir düsen lieber schnurstracks einen der unzähligen Hügel rauf (mit Freemasons-Remix von “Uninvited”)
  • 13 km: erster Blick auf die angebliche “Bestie” – die Harbour Bridge
  • 15 km: Sie ist besiegt! ohne Probleme, mit grandiosem Blick auf den Hafen von Auckland und mit wehender NZ-Fahne an der Spitze – das werde ich wohl mein ganzes Leben lang nicht vergessen
  • 15,1 km: jetzt gehts mal bergab – Motivation und Tempo steigen (mit “Club Can’t Handle Me”, “Don’t Stop The Music” und “Release Me”)
  • 16,5 km: Gummibärchen als Stärkung an der Support Station (*mampf*) – das Tempo bleibt hoch
  • 17 km und 1:25: das könnte doch noch eine neue Bestzeit werden
  • 18 km: jetzt kommen wie von selbst meine Lauf-Lieblinge (“Square Rooms” von Al Corey oder “Luftbahn” von Deichkind) – 1:30
  • 19 km: Kilometerzeit weiterhin bei 5 Minuten, die bisherigen Bestzeit fällt
  • 20 km: genau 1:40 – jetzt denke ich nur mehr an die letzten Meter (die ganz schön lange sein können)
  • 20,7 km: Talk Talk (“It’s My Life”) geben den letzten Kick und tragen mich durchs Ziel
  • 21,08 km: Kay und Linda schießen Fotos von mir (ich bekomme natürlich nichts mit – Thanks!)
  • 21,098 km in 1:45,03: ich bin sehr zufrieden – und bekomme KEINE Medaille
  • 24 km: nur unter Schmerzen werde ich die Brustwarzenpflaster wieder los –  das ist österreichische Qualität (Schlecker)!

Einen interessanten Artikel zum Marathon gibt es im heutigen NZ Herald: weil die nationale Verkehrsgesellschaft nur 10.000 Läufer für die Harbour Bridge zulässt ist der Berwerb schon immer recht früh ausverkauft. Einige haben ihre Anmeldung daraufhin auf dem neuseeländischen ebay ums Doppelte weiterverkauft.

Die Organisation ist übrigens mit der in Österreich zu vergleichen, recht professionell. Über die anschließende “Party” reden wir aber lieber nicht, die Kiwis haben Feiern eben nicht erfunden…

Transforming the City

Posted: October 29, 2010 in NZ
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Mit mehr als 1,4 Millionen Einwohnern wird Auckland ab 1. November die “Super-City” Neuseelands. Schon mehrere Male habe ich darüber berichtet, dass alle eigenständigen Gemeinden in der bisherigen “Auckland Region” zu einem gemeinsamen “Auckland Council” zusammengelegt werden. Aus sieben “local councils” und einem “regional council” wird dann eine “unitary authority” – das soll ganz schön viel Geld (und Politiker) sparen.

Als Kurzzeit-Bewohner von Auckland ist es besonders spannend mitzuverfolgen, wie eine solche Zusammenlegung abläuft: Wahlen (neuer Bürgermeister wird Len Brown), neue Verwaltungseinheiten entstehen und ein Countdown in den Tageszeitungen. Wirklich sichtbar wird die Zusammenlegung vor allem in den Logos. “Auckland City Council” muss dem neuen Schriftzug “Auckland Council” weichen. Wobei ich mich wirklich frage, wer sich im 21. Jahrhundert für ein derart hässliches Logo – und das in einem öffentlichen Wettbewerb – entschieden hat.

Transforming the city

Meiner Meinung nach hätte Österreich eine solche radikale Verwaltungsreform ebenfalls dringend notwendig. Brauchen wir wirklich vier Verwaltungseinhalten (Gemeinde, Bezirk, Land, Bund) mit eigenständigen Organen? Schon jetzt stoßen kleine Gemeinden (teilweise mit weniger als 100 Einwohnern) an die Grenzen der Finanzierbarkeit und koopieren aus der wirtschaftlichen Not heraus mit Nachbarn.

Man sollte alles diskutieren dürfen, die effizienteste Variante wird es dann – ungeachtet von Einzelinteressen. Aber das war jetzt schon wieder fast zuviel österreichische Politik… 😉

Nicht der 1. Mai ist in Neuseeland der Tag der Arbeit – immer Ende Mai findet der Labour Day statt. Und weil die Kiwis besonders schlau sind, machen sie jedes Jahr ein langes Wochenende draus. Ich falle 2010 zwar um den österreichischen Nationalfeiertag (26. Oktober) um, dafür gabs aber das lange freie Labour Weekend (23. bis 25. Oktober).

Für dieses Wochenende hatte ich keine großen Pläne, immerhin steht die letzte Vorlesungswoche ins Haus und es sind einige Assignments fertigzustellen. Daran habe ich auch gearbeitet. Der Sonntag war aber der neuseeländischen Toskana gewidmet: Waiheke Islands (siehe auch Wikipedia). Diese 93 km2 große Insel liegt im Hauraki Gulf vor den Toren Aucklands und ist nur am Seeweg (die Fähre braucht für die rund 17 Kilometer etwa 45 Minuten) zu erreichen. Selbst habe ich die Insel dann mit dem Fahrrad erkundet, was ziemlich anstrengend ist – Waiheke besteht nämlich NUR aus Hügeln und teilweise extremen Anstiegen. Dafür wird man dann mit der einen oder anderen tollen Aussicht belohnt.

Waiheke Island View

Waiheke besitzt als Weinbaugebiet einen besonders guten Ruf. Sehr oft musste ich bei der Tour an die südsteirische Weinstraße denken. Trotzdem ist es hier etwas trockener und die Bäume erinnern mehr an mediterane Gegenden. Den Wein habe ich schließlich im Obsidian-Vineyard verkostet und für höchst lecker empfunden. Daher hab ich dort auch gleich meine Mittagspause bei Rosé, Pizza und einem netten Pläuschen mit “Einheimischen” zwischen den Weinbergen genossen. Die Einheimischen sind eigentlich nur Wochenend-Bewohner, viele Reiche haben sich nämlich auf Waiheke Häuser um Unsummen gekauft und verbringen Wochenenden, Urlaube und den Sommer hier. Daher verzeichnet die Insel neben den rund 8.000 Einwohnern auch fast 4.000 gemeldete Zweitwohnsitze.

Weil Waiheke auch ein wenig die Insel der Gegensätze ist, habe ich den Nachmittag dann an einem der wunderbaren Sandstrände in der Sonne verbracht: weißer Sand, glasklares Wasser und das Meerrauschen. Einfach herrlich! Das mit dem Eincremen muss ich allerdings noch üben – kein weiterer Kommentar dazu…

Es war auf jeden Fall sehr spannend eine Rundreise über eine vollkommen abgeschiedene Insel zu machen, die zwar von Touristen überrannt wird – auf der Zeit aber trotzdem irgendwie stehen geblieben ist. Impressionen von Waiheke Island gibt es übrigens in “Views of … New Zealand” und “Pieces of … Auckland”.

Waiheke Beach

Sonst war das Wochenende eher unspektakulär: neben den Assignments stand wieder Lauftraining am Programm und am Montag hatten wir den ersten Waldbrand in der Nähe meines Apartments. Obwohl ich eher bezweifle, dass der Brand sich von selbst entzündet hat. Es hat zwar seit vier Tagen (!!) nicht geregnet, so trocken ist es aber noch nicht…

Eine kurze Schlussbemerkung noch: ich merke, dass die Reisezeit in Europa beginnt – die Deutschen werden immer mehr!

Ein Abenteuer über 21 Kilometer

Posted: October 17, 2010 in Marathon
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Lange habe ich darüber nachgedacht, wie ich den bevorstehenden adidas Auckland Marathon in einen Blog-Eintrag verpacken kann. Jetzt habe ich das sogenannte “Event Information Sheet” bekommen und nach dem Durchlesen war mir klar: das wird kein normaler Laufwettbewerb, das wird ein Abenteuer.

Noch kann ich nur Vermutungen anstellen, jedenfalls dürfte dieser Bewerb deutlich anders ablaufen als gewohnte Laufevents in Österreich. So weiß ich jetzt etwa, warum der Wettbewerb bereits um 7:00 Uhr (der Marathon sogar um 6:10 Uhr) startet: die Straßen sind nicht gesperrt, der Verkehr rollt wie normal. Das dürfte wohl der größte Spaß an werden. Auch sonst sieht die Organisation nicht so professionell wie bei österreichischen Laufveranstaltungen aus.

Marathon Training

Der frühe Start bringt auch seine organisatorischen Herausforderungen mit sich: mit den Öffis ist eine rechtzeitige Anreise nicht möglich, Taxis sind für meine Entfernung etxrem teuer und außerdem ist der Start auf der anderen Seite des Hafens. Also entweder über die lange Harbour Bridge (die auch Teil der Laufstrecke ist) oder mit der Fähre. Ich hab deshalb ein Zimmer in der Stadt gebucht, von dem aus ich die Station der Fähre mühelos zu Fuß erreichen kann. Ist zwar nicht die billigste Variante, aber ich möchte ausgeschlafen und ohne Hektik an den Start gehen.

Ein anderes Problem: ich habe leider noch immer kein brauchbares Pflaster (für meine Brustwarzen) gefunden, das sich nicht bereits nach einer Stunde wieder verflüchtigt. Jetzt kann ich nur mehr auf die rechtzeitige Lieferung des (wettkampfgeprüften) Österreich-Importes hoffen.

Zum Sportlichen: ich laufe nicht den Marathon (mehr als 42 km) sondern nur den Halbmarathon. Mein Ziel für Auckland ist, meine aktuelle persönliche Bestzeit zu unterbieten (diese liegt nach dem Graz Marathon 2008 bei 1:48:30) und mir eine kräftige Portion Motivation für das nächste Lauf-Jahr zu holen. Das Training läuft soweit gut, es lässt sich deutlich besser einteilen als mit Job UND Studium in Österreich. Zwei Erkältungen im Juli und September haben allerdings Pausen notwendig gemacht. Trotzdem bin ich sehr zuversichtlich, da ich im gesamten Jahr sehr konstant und regelmäßig gelaufen bin und jetzt in der Schlussphase vor allem die Dauer der Läufe ohne Probleme verlängern konnte (über 2 Stunden sind kein Problem). Dann heißt es jetzt nur mehr fleißg weiter trainieren und Danke fürs Daumendrücken in zwei Wochen…

Good NZ

Posted: October 13, 2010 in NZ, Study, Vienna
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In genau 55 Tagen werde ich Neuseeland verlassen, wohl für eine sehr lange Zeit – vielleicht auch für immer. Dieser Gedanke macht etwas trauig. Auch wenn es stimmt, dass ich nicht immer glücklich war und bin. Auckland ist eine höchst komische Stadt, selbst das Wetter (viel Regen, vom Frühling war noch nicht viel zu spüren) drückt auf die Stimmung. Freunde und Familie gehen mir am meisten ab – neben vielen Annehmlichkeiten, die es hier nicht mehr gibt.

Trotzdem geht es mir toll – ich bin an einem höchst besonderen und einmaligen Fleck auf dieser wundervollen Welt und habe einmalige Möglichkeiten. Um mir das selbst so richtig bewusst zu machen, habe ich eine Liste mit Dingen geschrieben, die mir spätestens in zwei Monaten abgehen werden:

Good NZ (People, Cafes, Landscape)

    … die unkomplizierte Art der Menschen
    … das Andere, das Neue (die Sprache, die Kultur)
    … Englisch (yes!)
    … die gemütlichen und guten Cafes
    … die rauchfreien Lokale und Clubs
    … das Bestellen an der Bar (vor allem das bessere Bier)
    … das Zahlen mit Kreditkarte
    … das Meer, die Natur
    … die vielen Freiheiten (Nur-Studieren, Ferien, lange Schlafen können, freie Zeiteinteilung, etc.)
    … die Möglichkeit zum Reisen an besondere Orte
    … die schönen Geldscheine (vor allem die australischen)
    … und wohl noch einiges mehr

    Good NZ (English, Money, Sea)

    Was von diesem großen Abenteuer schlussendlich wirklich übrig bleibt, kann ich jetzt noch nicht einmal ansatzsweise sagen. Bereits jetzt habe ich aber für mich persönlich sehr viel gelernt. Wie sehr es mich verändert, werden nur jene beurteilen können, die Zuhause geblieben sind…

    Die etwas andere Wahlurne

    Posted: October 7, 2010 in NZ, Vienna
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    Stimmabgabe Wien-WahlZuerst ein Spaziergang durch eine sehr komische Gegend Aucklands (Avondale genannt – da möchte ich nicht wohnen), um in einem versteckten Hinterhof in der Post Delivery Basis meine Wahlkarte abzuholen. Danach Frühstück (Full English Breakfast) in einem von Chinesen geführten neuseeländischen Cafe, um mein Kreuz für die Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahl 2010 zu machen. Das war ein richtig multikultureller Vormittag…

    Danach ab zur nächsten Wahlurne (Briefkasten) und schon ist die Stimme auf dem Weg zurück nach Wien. Ich hoffe alle Wiener, die diesen Blog verfolgen, werden auch bis spätestens Sonntag zur Wahl gehen. Bin schon sehr auf das Ergebnis gespannt, aber spätestens in drei Tagen sind wir schlauer.

    Auch Neuseeland ist derzeit mit Kommunalwahlen beschäftigt. Lustige Dinge ereignen sich dabei in Auckland, wo zum ersten Mal ein eigener Bürgermeister gewählt wird. Bisher hatte Auckland (eigentlich nur eine Ansammlung von mehreren Gemeinden) mehrere Oberhäupter, mit 1. November werden die Kommunen zur “Super City” zusammengeschlossen und bekommen einen gemeinsamen Mayor.

    Um wählen zu können muss man sich etwa registrieren und bekommt dann per Post seinen Stimmzettel zugeschickt. Einem Postler war das aber zu viel Arbeit – er hat die Säcke mit den Stimmzetteln einfach zum Müll gestellt.

    Die Stimmabgabe funktioniert auch ein wenig anders: entweder per Post (heute Donnerstag ist Annahmeschluss) oder bis Samstag Mittag in einem Council oder einer Library abgeben. Das wars dann. Die Zeitung berichtet übrigens täglich über die aktuelle Rücklaufquote der Stimmen – derzeit liegen wir bei knapp 40 %, was schon deutlich mehr ist als bei den letzten Wahlen (die Wahlbeteiligung lag wirklich bei nur 37 %).

    Letztens habe ich die beiden aussichtsreichsten Kandidaten für den Posten (John Banks, Bürgermeister von Auckland City und Len Brown, Bürgermeister von Manukau) in einer TV-Konfrontation gesehen – zwei Schlaftabletten der besonderen Sorte. Einer wird wohl der erste Mayor der neuen “Super City” Auckland werden. Link zu YouTube-Clips gibt es etwa im Blog des Marketing-Departments (www.thedomm.com – Department of Management and Marketing), das mehrere Diskussionsrunden an der UNITEC organisiert hat.