Archive for the ‘Trips’ Category

Es war mein bislang größtes Abenteuer: einmal um die Welt, studieren auf der anderen Erdhalbkugel, weit weg von Freunden und Familie… Es war nicht immer leicht. In Erinnerung bleibt allerdings das Positive – es hat mich verändert, es wird mich für immer prägen… Danke für die Unterstützung und diese einmalige Möglichkeit – Danke für viele neue Freundschaften – Danke für eine unvergessliche Zeit…

Und jetzt? Ich bin unglaublich traurig. Ich bin unglaublich glücklich.

JUST THANKS FOR ALL!

The End

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USA Super-Size

Posted: December 14, 2010 in Trips
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Die Autos, die Portionen beim Essen, der Weihnachtsschmuck, die Städte – in den USA ist einfach alles größer. In den letzten Tagen haben wir uns an der Westküste der Vereinigten Staaten (Kalifornien) rumgetrieben. Für mich war es der erste Ausflug in das Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten. Der Unterschied zu dem “kleinen” (aber feinen!) Neuseeland wird sofort ersichtlich – in der Größe.

Golden Gate Bridge

Nach der Ankunft in L.A. geht es mit dem (riesigen) Mietwagen auf dem direkten Weg nach San Francisco (Dauer: rund fünf Stunden am kerzengeraden Freeway). Die Stadt wird an den folgenden Tagen genau erkundet: Golden Gate Bridge, Fahrt mit dem legendären Cable Car über die steilen Hügel von San Francisco und ein Ausflug auf die Gefängnisinsel Alcatraz stehen am Programm.

Alcatraz

Am legendären Highway 1 geht es zurück nach Los Angeles. Die Fahrt an der Westküste bietet atemberaubende Landschaften und noble Städte, wie etwa Santa Barbara oder Malibu. Die Fahrt über die kurvigen Straße dauert einen ganzen Tag, die Pausen sollten auf jeden Fall kurz gehalten werden.

Beverly Hills

Zurück in Los Angeles sind wir von der Größe der Stadt förmlich erschlagen. Ohne Auto geht hier gar nichts, ein “Katzensprung” dauert mindestens eine halbe Stunde. Ausflugsrouten müssen genau geplant sein um keine unnötigen Meilen zu verfahren. Jeder Autofahrer in Los Angeles steht übrigens werktags durchschnittlich vier Stunden im Stau. Die Highlights waren der Sunset Boulevard und der Walk of Fame in Hollywood (auch wenn der Glanz dieser Prachtstraßen längst verflogen ist), die Nobelgegenden Beverly Hills und Bel Air mit den Luxusvillen, Venice Beach mit den Surfern und Rettungsschwimmern sowie der pulsierende Stadtteil Santa Monica (sehr zu empfehlen).

Hollywood

Zusammenfassend sind die USA und deren Bewohner genauso – wenn nicht sogar schlimmer – als in Filmen und Serien dargestellt. Bestes Beispiel dafür sind die kitschige Weihnachtsdeko, die aufdringlichen und ununterbrochen gespielten Weihnachtssongs in Geschäften, Lokalen und Aufzügen sowie die aufgesetzte Weihnachtsstimmung bei den Amerikanern. Sogar Feuerwehrautos oder Auto-Antennen werden weihnachtlich geschmückt.

USA-Christmas

Aber um dieses Land zu begreifen, braucht es wahrscheinlich mehr als sechs Tage und einen 1000-Meilen-Trip durch Kalifornien. Aber dafür gibt es ja sicherlich noch genügend Anlässe und Zeit dafür. Mehr Fotos und Impressionen von dem Trip übrigens in Kürze auf Facebook…

Weiter geht die Reise auf der Südinsel Richtung Norden, zum Abschluss steht auch noch ein Besuch in der Hauptstadt Wellington am Programm…

Tag 7 (29. November):
Strecke: Haast-Fox Glacier-Franz Josef (175 km)

Die Nacht in der Einöde war die oft zitierte Ruhe vor dem Sturm – ein aufregender Tag steht bevor: Für die Autofahrt zum Gletscher organisieren wir uns etwas Unterhaltung und nehmen einen Anhalter mit. Sebastian aus Deutschland muss als Gesprächspartner für kommenden zwei Stunden herhalten. Da der Rucksacktourist ein Studium in Wien plant, gehen die Themen nicht aus. Nach dem vorzüglichen Frühstück bei einer Lachsfarm sind wir gerüstet für den Anstieg zum unteren Ende des Gletschers des Fox Glaciers, einem der beiden großen neuseeländischen Gletscher. Heimatgefühle werden dann bei der zweiten großen Eisfläche wach – sie ist nach dem österreichischen Kaiser Franz Josef benannt. Ein Naturschauspiel der Extra-Klasse nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Das Abenteuerlust ist aber noch nicht gestillt, wir entscheiden uns für einen Helikopterflug über die Kiwi-Alpen samt Landung auf dem Gletscher. Gewaltige Eindrücke, wendige Flugmanöver über den Gipfeln und eine Schneeballschlacht in kurzer Hose machen diesen Tag unvergesslich. Entspannt wir am Abend in den “Glacier Hot Pools” des neuen Spas.

Tag 07 - Fox Glacier

Tag 8 (30. November):
Strecke: Franz Josef-Hokitika-Greymouth-Punakaiki-Greymouth-Lake Brunner-Arthur’s Pass (384 km)

Der letzte November-Tag wird für den Fahrer zum Tag der Arbeit: Fast 400 Kilometer spulen wir ab, aber das Land der Maori will erkundet werden. Noch vor dem Frühstück besuchen wir ein Goldgräber-Museum in Ross, die erste Pause wird dann in Hokitika eingelegt – mit dem putzigen Uhrturm wird diese Stadt zum Graz von Neuseeland. Gegen Mittag erreichen wir den nördlichsten Punkt unserer Südinsel-Rundfahrt, Punakaiki mit den berühmten Pancake Rocks. Wind und Wasser haben die Steine über Jahrhunderte geformt, so dass sie heute aussehen wie übereinander gestapelte Palatschinken. Am späten Nachmittag wird am Lake Brunner relaxt, für uns wurde eine ganze Bucht reserviert und wir können ungestört die Sonnenstrahlen genießt. Der anstrengendste Teil des Tages steht aber noch bevor: die Suche nach einer Unterkunft. Zwar wird etwa alle 30 Kilometer eine Herberge angepriesen, tatsächlich handelt es sich aber um leerstehende oder verschlossene Häuser. Deshalb werden wir erst am Arthur’s Pass fündig und beziehen in der höchstgelegenen Siedlung Neuseelands (924 Meter Seehöhe) unser Quartier. Mit einer netten Schweizer Familie am Nebentisch genießen wir fast einen innereuropäisch-alpinen Abend. Dabei vergessen wir aber nicht auf die österreichische Ehre und markieren Wien auf der großen Weltkarte, auf der sich alle Gäste verewigen. Übrigens der erste Pin in der Alpenrepublik.

Eine magische Grenze wurde an diesem Tag auch überschritten: Wir sind an unserem zweimillionsten Schaf vorbeigefahren. Wenn man bedenkt, dass es ungefähr 50.000.000 Stück der Wolllieferanten gibt, kennen wir also nur einen kleinen Teil. Auch eine Gemeinsamkeit mit der Heimat ist uns aufgefallen: In Neuseeland soll es laut Zählungen knapp acht Millionen Rindviecher geben, ist das in Österreich nicht auch so?

Tag 08 - Pancake Rocks

Tag 9 (1. Dezember):
Strecke: Arthur’s Pass-Springfield-Christchurch (179 km)

Nach den Tagen in der einsamen Wildnis nehmen wir Kurs auf Christchurch. Unser Auto, das in den vergangenen Tagen recht zuverlässig war, möchte uns aber noch ein kleines Abschiedsgeschenk machen. Nachdem wir den linken Blinker mit Super-Klebemasse befestigt haben, verabschiedet sich nun der rechte Blinker. Doch auch hier hilft das Wundermittel.
In der Zivilisation angekommen beziehen wir ein Hotel in bester Lage. Wir residieren direkt am Domplatz mit bestem Blick auf die belebte Innenstadt. Für die Sightseeing-Tour wählen wir den bequemen Weg und fahren mit der Gondel auf den Hausberg der Erdbeben-Stadt. Zur Erkundung der Stadt benutzen wir die historische Tram samt interessanten Erklärungen und Bemerkungen des Fahrers. Auch das neuseeländische Nationaltier (der Kiwi, falls es jemand noch nicht wissen sollte) wollten wir hier bestaunen. Leider hat die gute Dame aber für Nachwuchs gesorgt – ein Besuch des Geheges war daher leider nicht möglich.

Tag 09 - Arthur's Pass

Tag 10 (2. Dezember):
Strecke: Christchurch (24 km), Flug Christchurch-Wellington

Tag der Wahrheit zu Ende unseres Christchurch-Besuchs: Nach einem mehr als ausgiebigen Frühstück in der Kantine eines Ministeriumsgebäudes (“Drexels Breakfast Restaurant”) müssen wir unseren mittlerweile geliebten Toyota zurückgeben. Mit vereinten Kräften und unserem ganzen Charme schaffen wir es, die nette Dame vom einen oder anderen Kratzer abzulenken und das Loch im Blinkerglas unsichtbar zu machen. Fazit: Das Fahrzeug kommt nach der 2400 Kilometern langen Rundfahrt im perfekten Zustand zurück!

Vor dem Abflug nach Wellington besuchen wir noch das nahe dem Flughafen gelegene Antarktis-Museum. Hier erfahren wir viele interessante Details über die internationalen Erkundungsmissionen in der Südpol-Region. Im 4-D-Kino machen wir uns sogar selbst auf den Weg zum eisigen Kontinent – Wasserspritzer und kalter Wind inklusive. Eine Geländefahrt mit dem Amphibienfahrzeug Hägglunds samt Überquerung eines tiefen Wasserbeckens stillt die Abenteuerlust an diesem Tag.

Tag 10 - Hägglunds

Tag 11 (3. Dezember):
Strecke: Wellington (0 km)

Die Hauptstadt Neuseelands begrüßt uns mit herrlichem Sommerwetter. Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt, der Fahrt mit der Standseilbahn auf den Aussichtsberg sowie einer Führung durch den Regierungskomplex und das Parlament lernen wir einige schöne Seiten der Stadt im Süden der Nordinsel kennen. Der Hafenspaziergang und eine Bootsfahrt durch die Buchten der Stadt lassen einen sonnigen Nachmittag ausklingen.

Dass Gesetze aber selbst das entspannte Leben der Kiwis erschweren, können wir in Wellington auf witzige Weise kennenlernen. Der Gastgarten eine Lokals im Hafen ist durch einen kleinen öffentlichen Platz getrennt. Weil das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit aber verboten ist, wird eigenes Personal eingestellt, um Personen vom einen Teil des Gastgartens in den anderen zu begleiten und ihnen die Getränke über die Strecke von 20 Metern zu tragen. Crazy Kiwis!

Tag 11 - Wellington (Beehive and Houses Of Parliament)

Tag 12 (4. Dezember):
Strecke: Wellington (0 km), Flug Wellington-Auckland

Das Neuseeland auch ein wirklich außergewöhnliches Land ist, wird uns beim Besuch des Nationalmuseums in Wellington einmal mehr gezeigt. Bei freiem Eintritt wird einem das Land der Maori und Kiwis von der Entstehung bis zu jüngsten politischen Entscheidungen in vielen kleinen Abschnitten erklärt. Viele Mitmach-Stationen machen selbst einen Museumsbesuch zum Erlebnis.

Es weihnachtet schon sehr: Am Flug nach Auckland werden wir von Air New Zealand mit Weihnachtsliedern verwöhnt. In kurzen Hosen und mit Blick aufs Meer eine für Österreicher doch recht ungewöhnliche Situation.

In Auckland endet dann auch unsere zwölftägige Rundreise. Ein grandioser Trip mit prägenden Eindrücken, beeindruckenden Landschaften, interessanten Personen und abenteuerlichen Überraschungen. Was zu all dem noch bleibt ist Zufriedenheit und das Gefühl eines unvergesslichen Erlebnisses!

Die letzten Tage in Neuseeland sind angebrochen. Mittlerweile bin ich gemeinsam mit meiner österreichischen Begleitung (ich freu mich wirklich über diesen Besuch) auf der Südinsel unterwegs – die folgenden Blogeinträge entstehen gemeinsam…

Tag 1 (23. November):
Strecke: Auckland (0 km)

Die Verstärkung aus Österreich kommt in Auckland an – das Abenteuer kann also beginnen! Und das tut es auch gleich in den ersten Minuten. Nicht einmal vom knallgelben Crew-Schild und den vielen Flughafen-Aufklebern abgeschreckt wird der Koffer der Chefstewardess geschnappt. Die Verwechslung wird knapp vorm Einsteigen in den Bus bemerkt. Einen peinlichen Umtausch und viele unterwürfige Entschuldigungen bei der betroffenen Mitarbeiterin von Air New Zealand später sind wir nach einer weiteren kleinen Weltreise endlich am Campus angekommen. Der Gast aus der Heimat bekommt sogar sein eigenes Zimmer.

Stadttour, Fahrt auf den Skytower, Rundgang durch den Hafen sowie der Besuch der Lieblingslokale mit köstlichem Bier runden Tag Eins im Süden der Welt ab.

Tag 2 - Blinker-Reparatur

Tag 2 (24. November):
Strecke: Flug Auckland-Queenstown, Queenstown-Five Rivers-Moosburn-Te Anau (186 km)

Tag Zwei beginnt gleich mit einem Schock: Als locker-lässige Studenten (schließlich wohnt man ja am legendären Campus) machen wir uns erneut auf den Weg zum Flughafen – Queenstown wartet auf uns. Der strenge Schaffner schenkt selbst der Langzeit-Studenten-Version keinen Glauben, knallhart wird eine Aufzahlung vom günstigeren Ticket verlangt. Ob die grauen Strähnen doch schon zu viel sind?

Reibungslos dann der Flug zum International Airport der 10.000 Einwohner-Stadt Queenstown. Nach der Gondelfahrt auf den Hausberg mit wunderbarem Ausblick auf Stadt und See gehts mit dem gemieteten Toyota Richtung Te Anau. Auf halber Strecke nimmt der Fahrer dann den Kampf mit einem Vogel auf. Das Ende: Vogel tot, linker Blinker hängt aus der Halterung. Ein Pflaster kann schnell Abhilfe schaffen.

Die erste Nacht ist in einer Jugendherberge geplant: Um als bequeme “Koffer-Touristen” nicht mit bösen, schiefen Blicken bestraft zu werden, lassen wir die großen Taschen lieber im Auto. Die nötigsten Utensilien werden im Schutz der Dunkel in den kleinen Outdoor-Rucksack umgepackt und mit diesen selbstbewusst die Herberge zu betreten. Das Schnösel-Image konnten wir so erfolgreich versteckt halten.

Tag 3 - Milford Sounds

Tag 3 (25. November):
Strecke: Te Anau-Milford Sounds-Te Anau-Manapouri-Clifden-Riverton-Invercargill (435 km)

Tag Drei beginnt noch bei Dunkelheit – schließlich fängt der frühe Vogel den Wurm und wir wollen vor den Touristenbussen auf der Straße Richtung Milford Sound sein. Die Mühen der langen und anstrengenden Autofahrt werden mit einer beeindruckenden Landschaft und einem grandiosen Ausblick auf die Mächtigkeit der Natur belohnt. Das lahme Auto wird bei der Berg- und Talstrecke an seine Grenzen gebracht, der Mensch in der Maschine überschreitet sie sogar. Einen Kilometer fahren wir durch einen schmalen, unbeleuchteten, steilen und ungesicherten Tunnel mit kleinen Wasserfällen – als mutige Männer geben wir ein mulmiges Gefühl zu. In Wahrheit waren wir über jeden einzelnen Haltegriff im Auto froh.

Die Rück- und Weiterfahrt in die idyllische (industriell geprägte) Kleinstadt Invercargill (mit nur Ein-Stock-hohen Häusern) gestaltet sich entspannter. Viel aufregender dann die Suche nach einem offenen Lokal in der 50.000-Einwohner-Stadt. Nach 20 Minuten Fußmarsch taucht dann endlich ein Irish-Pub auf, zum Abendessen gibts auch die erste Lektion in Kiwi-Culture auf dem Präsentierteller. Fazit: Schon um 21 Uhr betrunkene und relativ laut sprechende Einheimische, nackte Füsse oder Schuhe auf Lokaltischen und interessierte Fragen an die Touristen gehören einfach dazu.

Kleiner Nachtrag zum Kampf mit dem Vogel: Seinen letzten Sieg durfte das Federvieh nicht mehr miterleben. Auf der Fahrt Richtung Süden haben wir den Blinkerkasten verloren. Nach der Suche im Straßengraben hilft jetzt wohl nur mehr Super-Kleber!

Tag 4 - Starbucks Invercargill

Tag 4 (26. November):
Strecke: Invercargill-Fortrose-Slope Point-Papatowai-Owaka-Nugget Point-Balclutha-Dunedin (300 km)

Tag Vier der Kiwi-Tour beginnt nachdem wir alle Utensilien für die Blinkerreparatur besorgt hatten mit einem Frühstück im südlichsten Starbucks der Welt (Invercargill). Gut gestärkt führt uns der kurvige Weg entlang der Südküste bis zum südlichsten Punkt Neuseelands – dem Slope Point. Nur mehr 4800 Kilometer vom Südpol entfernt präsentiert sich die Welt in einer ganz anderen Dimension: Der unendliche Blick übers Meer – ist dort wirklich das Ende der Welt?

Durch weite grüne Täler, steile Hügel und entlang von Meerbuchten fahren wir weiter zum Nugget Point, dem Süd-Ost-Zipfel der Südinsel. Auch Seelöwen müssen den Ausblick um den kleinen Leuchtturm genießen, viele von ihnen nutzen die dortigen Felsen als Ruheplätze.

Auf der Reise entlang der Küste werden auch das erste Mal kleine Heimatgefühle wach. Wir machen Rast bei einer Aussteigerin aus Salzburg (in “Niagara Falls”), die und vorzüglich versorgt. Mit den vier Wiener am Nachbartisch entwickelt sich sogar ein Gespräch, das aber nach einer einzigen Frage schon wieder zu Ende ist: “Aus welchem Bezirk kummts ihr denn?”

Den Abend und die Nacht verbringen wir in einem historischen Hotel in Dunedin im Osten der Insel. Lektion 2 in Kiwi-Culture steht beim Weggehen auf dem Programm – das Thema der mehrstündigen Studie: Das Tanz- und Balz-Verhalten der jungen Kiwis am Freitagabend. Fazit: Junge Damen tragen hohe Stöckelschuhe, die Burschen Flip-Flops oder Wanderschuhe – und: total besoffen sein ist auch hier ab 21 Uhr salonfähig!

Tag 5 - Alexandra

Tag 5 (27. November):
Strecke: Dunedin-Otago Peninsula-Dunedin-Milton-Raes Junction-Roxburgh-Alexandra-Cromwell-Queenstown 373 km

Der nächste Tag sollte ohne weitere Blinker- und Auto-Zwischenfälle über die Bühne gehen (die vorläufige Reparatur mit Isolierband besteht den Härtetest) – auch im Nebel. Den Morgen von Tag Fünf verbringen wir nämlich auf der so schönen Otago Peninsula direkt bei Dunedin. Der Nebel versperrt jegliche Sicht auf Meer oder Landschaft und erinnert sehr an das österreichische November-Wetter.

Dafür erklimmen wir lieber die steilste Straße der Welt (Baldwin Street in Dunedin), deren Gehsteige sogar als Stufen ausgeführt sind. Manche Touristen kommen dorthin, gehen 50 Meter nach oben, geben auf (oder müssen aufgeben) und lassen sich dort fotografieren.

Die Tour selbst geht jetzt zurück in den Westen der neuseeländischen Südinsel, unser Ziel ist der Ausgangspunkt Queenstown. Wir wählen dafür die Hauptverbindung über die Motorways 1 und 8 – es geht schnell voran, dafür gibt es aber auch nicht viel zu sehen. Zwischen Roxburgh und Alexandra werden wir dann angenehm überrascht: Stauseen und Dämme prägen die wunderschöne Landschaft, einmalige Felsformationen sind bei Alexandra zu sehen (diese Strecke kann ich nur empfehlen).

Den Abend verbringen wir dann in der Adrenalin-Hauptstadt Queenstown und müssen am Samstag Abend (!) um 1:00 Uhr gelangweilt wieder abziehen – tote Hose in allen Clubs. Sehr Schade, die Stadt selbst ist aber auf jeden Fall einen Besuch wert.

Tag 6 - Lake Wanaka

Tag 6 (28. November):
Strecke: Queenstown-Cardrona-Wanaka-Haast Pass-Haast (228 km)

Die langen Tage und kurzen Nächte fordern ihr Opfer: es wird der erste ruhige Tag eingelegt. Ausgiebiges Frühstück mit Blick über den See (Queenstown) und bereits nach 50 Kilometern der erste Zwischenstopp in Wanaka. Dort wird die Mittagszeit – wieder einmal – am See in der Sonne (oder je nach Vorlieben im Schatten genossen). Als Belohnung winkt ein kleiner Snack und ein Eis.

Die Stärkung hatten wir auch dringend notwendig, im Labyrinth des Wanaka Puzzle House haben wir locker fünf Kilometer abgespult und dabei alle vier farbigen Türme gefunden. Die Aufgabe war somit erfüllt, nur den Ausgang haben wir nicht mehr gefunden. Dass wir über den Notausgang verschwunden sind, hat glücklicherweise niemand bemerkt.
Danach wird die erste Überquerung der neuseeländischen Alpen (Haast Pass) in Angriff genommen, auch auf diesem Weg werden wir wieder mit traumhaften Aussichten belohnt. Nicht umsonst hat mal jemand geschrieben: “Mit dem Auto in Neuseeland unterwegs zu sein funktioniert wie Fernsehen – einfach da sitzen und das tolle Programm genießen.”

Mit dem Programm war dann allerdings bald Schluss – die Ruhe des ganzen Tages wurde am Abend unfreiwillig verlängert. Im 300-Einwohner-Ort Haast sperrt die Dorfkneipe nämlich um 21 Uhr zu. Unser Flehen nach zwei schnellen Abschlussgetränken wurde mit vehementen Kopfschütteln abgelehnt. Unter den 100 Hirschgeweihen an Decke und Wänden war der böse Blick der Kellnerin ziemlich einschüchternd und wir haben uns in die Wildnis verabschiedet, um Fuchs und Hase gute Nacht zu sagen.

Weiterer Plan:

In den nächsten Tagen geht es an der Westküste Richtung Norden (vorbei an den Gletschern) bis Punakaiki, von dort dann über den Arthurs Pass nach Christchurch. Anschließend steht noch Wellington und Auckland am Programm…

Es war in der Mittagssonne am Strand – erst da habe ich wirklich realisiert, dass nun ein ganzes Monat an jeder Menge Freiheit, Reisen und Spaß am Programm besteht. Bis zum 13. Dezember bin ich noch in ganz New Zealand und California (Los Angeles und San Francisco) unterwegs.

Den Beginn machte aber meine bereits dritte Reise nach Aussie. Die Einwanderungsbehörden am Flughafen Gold Coast (sogar Graz-Thalerhof ist größer) haben ihre Arbeit sehr ernst genommen und mich und meine Koffer äußert gründlich durchsucht. Ich hatte aber ohnehin nichts zu verbergen – ich wollte nur ein wenig Erholung (wovon auch immer).

Surfers Paradise

Meine erste Unterkunft war drei Tage lang Surfers Paradise, einem Ort mit zahlreichen Wolkenkratzern direkt am Strand – ein atemberaubender Anblick. Zu finden sind hier ausschließlich Touristen von zwei Sorten: Surfer (wegen der tollen Wasserverhältnisse) und Kids (jene Jugendliche, die zum ersten Mal ohne Eltern aber dafür mit Freunden auf Urlaub fahren um Party zu machen). Ich hab meine ersten zwei Tage am Strand verbracht, bis ich mir doch wieder einen leichten Sonnenbrand eingefangen und mir die Zeit am letzten Tag notgedrungen mit Sightseeing (viel gibt es aber nicht zu sehen) vertrieben habe.

Brisbane

Ab Montag hatte ich zwei Tage lang ein Mietauto und war Richtung Norden unterwegs, in die nur 70 Kilometer entfernte Hauptstadt von Queensland. Brisbane ist eine ziemlich “neue”, stetig wachsende (die Wirtschaftskrise dürfte vorbei sein, Australien ist eine einzige Baustelle) und einfach liebenswerte Stadt. Ein Besuch in der zwei-Millionen-Stadt ist jedem Australien-Besucher nur zu empfehlen. Neue Fotos auch in “View of … Australia” und “Pieces of … Brisbane and Queensland”.

Sydney Opera House

Den würdevollen Abschluss und Höhepunkt meiner letzten Australien-Reise machte Sydney. Und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht – Sydney ist einer meiner absoluten Lieblingsplätze auf dieser wundervollen Welt. Da ich bereits mehr als 800 Fotos von Sydney hatte (siehe “Pieces of … Sydney” und “Sydney”) war ich dieses Mal ohne Fotoapparat unterwegs und hab einfach nur die Stadt genossen. Von einem Cafe ins nächste, von einem Shop zum nächsten, Lesen auf den Stufen vor dem Sydney Opera House…

Ich kann nicht genau sagen was den Reiz von Sydney ausmacht – aber eines ist für mich klar: ich werde zurückkommen…

Die Bay of Islands liegen nicht umsonst auf Platz 3 der 101 AA Must-Do’s For Kiwis. Soviel zu sehen und zu erleben in dieser Bucht mit mehr als 140 Inseln (alle entstanden nachdem der Meeresspiegel nach dem Ende der Eiszeit gestiegen ist). Am Samstag etwa waren wir  mit der “Cream-Tour” (ein Boot) einen Tag in der Bay unterwegs, haben Post zu einigen sehr spärlich bewohnten Inseln zugestellt, eine Mittagspause auf Urupukapuka eingelegt und traumhafte, einsame Sandstrände gesehen. Delphine, Pinguine und andere tierische Bewohner der Bay waren unsere Begleiter…

Dolphins (Bay Of Islands)

Ein Pflichtstopp war die östliche Begrenzung des Bay of Island – Cape Brett mit dem berühmten “Hole in the Rock” (am Foto rechts). Eigentlich nur ein Loch, durch das Schiffe passen. Ich kann zwar nicht sagen warum, aber es war beeindruckend mit nur zwei Metern Abstand an jeder Seite durch das Loch zu schippern.

Hole In The Rock (Bay Of Islands)

Die beste Möglichkeit die Bay zu erkunden ist natürlich am Boot, jeden Morgen verlassen zahlreiche private Fischer- und Segelboote Paihia (touristischer Hauptort). Fähren verbinden Paihia mit Russel, einem höchst geschichtsträchtigen Ort. Die Bay of Islands haben neben der wunderbaren Landschaft nämlich auch jede Menge Geschichte zu bieten. In dieser Gegend haben sich nämlich die ersten europäischen Siedler niedergelassen. Russel war die erste Hauptstadt Neuseelands, noch immer gibt es hier die älteste Kirche Neuseelands zu sehen und in Waitangi (nur wenige Minuten von Paihia entfernt) wurde der Vertrag von Waitangi unterzeichnet. Dieser Vertrag ist Basis für das heutige Neuseeland und regelt das Zusammenleben von Maori und europäischen Siedlern.

Boots (Bay Of Islands)

Was natürlich nicht fehlen durfte – ein Stopp in Kawakawa. Ein kleiner Ort kurz vor Paihia, der nur wegen seiner öffentlichen Toilette bekannt ist. Die wurde nämlich von dem Österreicher Friedensreich Hundertwasser geschaffen, sein erstes Bauwerk auf der südlichen Hemisphere. Als Vertrauter mit der Hundertwasser-Architektur (Spittelau, Hunderwasser-Haus, Kirche in Bärnbach) war es fast ein wenig wie Heimat, hier einen kurzen Boxenstopp einzulegen.

Hunderwasser war übrigens Wahl-Neuseeländer und hat von 1973 bis zu seinem Tod 2000 in einem kleinen Dorf in der Nähe von Kawakawa in einem Haus ohne Elektrizität gewohnt. In dieser Zeit hat er etwa auch eine zweite Flagge für Neuseeland entworfen – die Koru. Diese sieht man heute immer wieder.

Hundertwasser Loo (Bay Of Islands)

Eines habe ich an diesem Wochenende auch gelernt: die Kiwis sind Weltmeister im Tourismus. Aus jeder noch so kleinen Besonderheit (oder auch nur Selbstverständlichkeit) wird gleich ein touristischer Hotspot gemacht. Das schaffen die Australier nicht: die 12 Apostles an der Gt Ocean Road (deutlich spektakulärer als das “Hole in the Rock”) wiegen derzeit etwa in einem touristischen Dornröschenschlaf und werden kaum genutzt.

Der nächste Trip (nach Australien) steht übrigens bereits am Donnerstag am Programm – aber jetzt wird gelernt, morgen allerletzte Prüfung auf der UNITEC…

Nicht der 1. Mai ist in Neuseeland der Tag der Arbeit – immer Ende Mai findet der Labour Day statt. Und weil die Kiwis besonders schlau sind, machen sie jedes Jahr ein langes Wochenende draus. Ich falle 2010 zwar um den österreichischen Nationalfeiertag (26. Oktober) um, dafür gabs aber das lange freie Labour Weekend (23. bis 25. Oktober).

Für dieses Wochenende hatte ich keine großen Pläne, immerhin steht die letzte Vorlesungswoche ins Haus und es sind einige Assignments fertigzustellen. Daran habe ich auch gearbeitet. Der Sonntag war aber der neuseeländischen Toskana gewidmet: Waiheke Islands (siehe auch Wikipedia). Diese 93 km2 große Insel liegt im Hauraki Gulf vor den Toren Aucklands und ist nur am Seeweg (die Fähre braucht für die rund 17 Kilometer etwa 45 Minuten) zu erreichen. Selbst habe ich die Insel dann mit dem Fahrrad erkundet, was ziemlich anstrengend ist – Waiheke besteht nämlich NUR aus Hügeln und teilweise extremen Anstiegen. Dafür wird man dann mit der einen oder anderen tollen Aussicht belohnt.

Waiheke Island View

Waiheke besitzt als Weinbaugebiet einen besonders guten Ruf. Sehr oft musste ich bei der Tour an die südsteirische Weinstraße denken. Trotzdem ist es hier etwas trockener und die Bäume erinnern mehr an mediterane Gegenden. Den Wein habe ich schließlich im Obsidian-Vineyard verkostet und für höchst lecker empfunden. Daher hab ich dort auch gleich meine Mittagspause bei Rosé, Pizza und einem netten Pläuschen mit “Einheimischen” zwischen den Weinbergen genossen. Die Einheimischen sind eigentlich nur Wochenend-Bewohner, viele Reiche haben sich nämlich auf Waiheke Häuser um Unsummen gekauft und verbringen Wochenenden, Urlaube und den Sommer hier. Daher verzeichnet die Insel neben den rund 8.000 Einwohnern auch fast 4.000 gemeldete Zweitwohnsitze.

Weil Waiheke auch ein wenig die Insel der Gegensätze ist, habe ich den Nachmittag dann an einem der wunderbaren Sandstrände in der Sonne verbracht: weißer Sand, glasklares Wasser und das Meerrauschen. Einfach herrlich! Das mit dem Eincremen muss ich allerdings noch üben – kein weiterer Kommentar dazu…

Es war auf jeden Fall sehr spannend eine Rundreise über eine vollkommen abgeschiedene Insel zu machen, die zwar von Touristen überrannt wird – auf der Zeit aber trotzdem irgendwie stehen geblieben ist. Impressionen von Waiheke Island gibt es übrigens in “Views of … New Zealand” und “Pieces of … Auckland”.

Waiheke Beach

Sonst war das Wochenende eher unspektakulär: neben den Assignments stand wieder Lauftraining am Programm und am Montag hatten wir den ersten Waldbrand in der Nähe meines Apartments. Obwohl ich eher bezweifle, dass der Brand sich von selbst entzündet hat. Es hat zwar seit vier Tagen (!!) nicht geregnet, so trocken ist es aber noch nicht…

Eine kurze Schlussbemerkung noch: ich merke, dass die Reisezeit in Europa beginnt – die Deutschen werden immer mehr!