New Zealand-ABC

Posted: December 7, 2010 in NZ
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Heute werde ich Neuseeland nach fünf tollen Monaten wieder verlassen – ein sehr trauriger Tag. Ob ich jemals wieder zurückkommen werde, steht in den Sternen. Wenn es nach mir geht auf jeden Fall: ich habe das Land und die Leute nämlich lieben gelernt.

Was bei mir wirklich hängen geblieben ist, zum Abschluss in Form eines Neuseeland-Alphabets…

A - AotearoAotearoa: Maori-Name für Neuseeland (bedeutet soviel wie “The land with the long white cloud”), Maori sind die Ureinwohner Neuseelands und selten zuvor habe ich in einem Land einen so respektvollen Umgang mit der Vergangenheit und der Herkunft der eigentlichen Bewohner gesehen, zahlreiche Maori-Begriffe (wie etwa “Kia ora” für “Hallo”) gehören zum normalen Sprachgebrauch und viele Orte haben auch Maori-Namen, heute bezeichnen sich etwa 15 Prozent aller Neuseeländer als Maori – Tendenz übrigens wieder steigend

B - BBQBBQ: egal ob im öffentlichen Park oder am Strand – Barbecue (oder einfach Grillen) ist die Wochenend-Lieblingsbeschäftigung der Kiwis, dabei kommt die ganze Familie zusammen und genießt den Nachmittag oder Abend im Freien – Freunde sind immer gerne gesehen, zu essen gibt es meistens irgendwelche Würstchen (für Europäer nicht sonderlich schmackhaft) auf einfachem Toastbrot und mit Tomatensauce (nicht Ketchup!)

C - Cook, JamesCook, James: der englische Seefahrer gilt als Entdecker Neuseelands, er hat das Land umkreist, erforscht, den ersten Kontakt mit den Maori aufgenommen – und für England in Anspruch genommen, daher haben sehr viele hier Wurzeln in Europa (vor allem England und Irland), vor James Cook hat übrigens bereits Abel Tasman (ein Holländer) entdeckt, er traute sich aber nicht auf das Land, seit 1986 ist Neuseeland unabhängig – aber weiterhin Mitglied im Commonwealth of Nations, daher ist auch Queen Elizabeth das Staatsoberhaupt

D - DollarDollar: der Neuseeland-Dollar ist die Währung Neuseelands und fällt gleich mal durch die durchsichtigen Fenster in den Banknoten auf, Queen Elizabeth II ziert übrigens den 20-Dollar-Schein und die Münzen – wie auch in Australien (deren Banknoten sind übrigens hübscher), die kleinste Münze ist übrigens die 5-Cent-Münze (im Supermarkt oder beim Einkaufen werden alle Beträge schlussendlich auf 5er-Cent gerundet), der Umrechnungskurs liegt derzeit bei etwa 1:1,75 – für einen Euro bekommt man also 1 Dollar 75 Cent

E - EftposEFTOPS: so wird das neuseeländische elektronische Zahlsystem (wie Maestro) genannt und ist extrem weit verbreitet, in keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Terminals pro Kopf wie in Neuseeland – fast überall sind die kleinen Geräte zu sehen, auch beim Weggehen ist es total üblich mittel EFTPOS (das eigentlich ein Markenname ist – verhält sich ähnlich wie mit “Uhu” oder “Tixo”) zu bezahlen, Plastikgeld ist das Zahlungsmittel Nummer eins und viele Kiwis haben selten viel Bargeld dabei

F - Fish'n'ChipsFish’n’Chips: steht für die “Esskultur” der Kiwis, die sich nicht besonders von der englischen abhebt: Fish&Chips, Pies (kleine, warme Teigtörtchen die mit Fleisch oder anderen Zutaten gefüllt sind) und haufenweise Eier zum Frühstück – aber wenigstens die Backed Peans haben sie ausgelassen – alles in allem, nichts was man versäumen würde (zum Glück gibts haufenweise ausländische Restaurants), am liebsten essen die Kiwis zwischendurch irgendwo und “takeaway” – aber zumindest das Bier schmeckt (meiner Meinung nach) hier besser

G - GrassGrass: ein großer Garten und gepflegter Rasen sind Statussymbole, der Rasen (wenn auch nur zehn Quadratmeter) wird mindestens einmal pro Woche gemäht (das Gras bleibt einfach liegen, daher ist Gras an den Schuhen nichts ungewöhnliches), Regen hält hier übrigens niemanden davon ab den Rasen zu mähen (die Erklärung eines Kiwis: wenn wir immer auf Schönwetter warten würden, könnten wir nie den Rasen mähen – dem kann ich nur zustimmen),

H - HakaHaka: ist der ursprüngliche Kriegstanz der Maori, mit weit rausgestreckten Zungen und lauten Schreien konnten so Feinde in die Flucht geschlagen werden – das ist kein Scherz, wir hatten so einen Haka als Begrüßung auf der UNITEC, der jagt einem wirklich Angst ein, den berühmtesten Haka gibt es übrigens von den “All Blacks” (siehe Rugby) – vor jedem Länderspiel zelebrieren die Spieler diesen Tanz, das hat zuletzt für große Diskussionen gesorgt – einige Nationen finden das nicht mehr zeitgemäß

I - ImmigrationImmigration: Neuseeland ist ein Land der Einwanderer, nur mehr 15 % der heutigen 4,3 Millionen Einwohner sind Maori, etwas mehr als 75 % kommen ursprünglich aus Europa – größtenteils aus England und Irland, aber auch Italiener, Deutsche und Holländer hat es nach Neuseeland gezogen, rund 7 % sind von den Pacific Islands, in den letzten Jahren hat vor allem die Immigration aus Asien stark zugenommen: derzeit sind es etwa 10 %, 2026 sollen es bereits 18 % sein

J - JandalsJandals: steht zum einen für das sehr eigene Neuseeland-Englisch (es gibt sehr viele Wörter, die nur in New Zealand verwendet werden – zB Jandals für Flip-Flops, auch ist der Dialekt sehr eigen – aber keineswegs schwer zu verstehen) und auch für die sehr eigenartigen Schuhvorlieben der Kiwis: entweder Jandals oder Gummistiefel – am liebsten aber Barfuß, Jahreszeit und Temperatur spielen bei der Schuhwahl übrigens Rolle, Jandals sind auch im Winter (am besten in Kombination mit kurzer Hose und dicker Winterjacke) höchst modern

KiK - Kiwiwi: der Kiwi (nicht die Frucht – die wird als Kiwifruit bezeichnet) ist ein Vogel, der nur mehr in Neuseeland vorkommt – er ist nachtaktiv, sehr scheu und kann nicht fliegen, dieses mysteriöse Tier ist Nationalsymbol der Neuseeländer (die sich deshalb selbst auch am liebsten als Kiwis bezeichnen) und steht in diesem ABC auch für die einmalige Flora und Fauna Neuseelands (viele Pflanzen und Tiere kommen aufgrund der isolierten Lage nur in Neuseeland vor), die Umwelt drohte bereits mehrere male durch importierte Tiere, Samen, etc. zu kollabieren – daher gibt es ein ganz strenges Bio-Procedere bei der Immigration

L - Lord Of The RingsLord of the Ring: der neuseeländische Regisseur Sir Peter Jackson hat mit den “Herr der Ringe”-Filme die erfolgreichste Filmtrilogie aller Zeiten zu verantworten, die wunderbaren Landschaftsaufnahmen wurden alle in Neuseeland gedreht (zu Recht!), dieses Millionen-Projekt hat zahlreiche Jobs geschaffen und auch der Filmindustrie Auftrieb gegeben (die Kiwis sind sehr stolz auf “Herr der Ringe”), nach einigen Unstimmigkeiten mit der Produktionsfirma wird auch das nächste Großprojekt “Der Hobbit” in Neuseeland gedreht – die Regierung hat dafür eigene Steuerbegünstigungen und Gesetzesänderungen durchgeboxt

M - MailboxesMailboxes (Briefkästen): je ausgefallener, desto besser – die Zeitschrift “North & South” veranstaltet sogar einen jährlichen Wettbewerb für die kreativsten Briefkästen Neuseelands, die ausgefallenen Mailboxes fallen einem Reisenden hier als erstes auf und sind vor allem auf dem Land besonders weit verbreitet, da werden alte Plastikcontainer, Milchkannen, ausgehöhlte Baumstämme und sogar Mikrowellen in Briefkästen umgewandelt

N - Naked & FamousNaked & Famous: eine höchst erfolgreiche neuseeländische Musikband (unter anderem mit dem Debütsong “Young Blood” auf Nummer eins der NZ-Charts eingestiegen), die neuseeländische Musikszene ist übrigens sehr aktiv und erfolgreich – auch in Australien sind die Kiwi-Musiker bestens bekannt und stürmen die Charts, andere weltweit bekannte Gruppen sind zum Beispiel OMC oder Crowded House

O - One NewsOne News: sind die Hauptnachrichten des staatlichen Fernsehsenders “TV One” und laufen jeden Abend zwischen 18:00 und 19:00 Uhr, Fernsehnachrichten sind in Neuseeland übrigens von Werbepausen unterbrochen und haben einen deutlich höheren Magazin-Charakter als in Österreich, neben dem staatlichen Fernsehen(mit insgesamt vier Kanälen) gibt es einen weiteren privaten, sehr erfolgreichen Anbieter: TV3 (mit zwei Kanälen)

P - PacificPacific: Neuseeland liegt mitten im Pazifik und ist von Wassermassen umgeben, für mich war der erste Blick auf den Globus etwas erschreckend (Reaktion: “da ist ja nur Wasser!”), das Meer vor der eigenen Haustür hat aber auch sehr viele Vorteile: Fisch und Nahrungsmittel, Tourismusmöglichkeiten (die Erde hat Neuseeland mit unglaublich schönen Stränden und Küsten belohnt), die Eigenständigkeit – dafür aber auch Abgeschiedenheit, wer von Neuseeland weg will muss am kürzesten Weg nach Australien (und das sind auch mindestens drei Stunden Flugzeit)

Q - QueenstownQueenstown: wenig Indoor-Aktvitäten, dafür um so mehr Sport und viel Action zeichnet die Kiwis aus, vielleicht auch genau deswegen wurde Bungee Jumpen in Neuseeland erfunden, genauer gesagt in Queenstown – “the world-adrenaline-rush-capital” (© Lonely Planet), Queenstown auf der Südinsel ist bekannt für immer neue und ausgefallenere Extrem-Sportarten – und eine große Partyszene

R - RugbyRugby: keine Sportart ist den Kiwis so heilig wie Rugby, die “All Blacks” (Nationalmannschaft) sind derzeit in einer absoluten Formhoch und haben nächstes Jahr eine Heim-WM zu bestreiten, Sport ist übrigens ein sehr wichtiger Teil der neuseeländischen Kultur (Rugby, Netball, Cricket, Fußball, etc.) – dementsprechend intensiv und lang ist etwa auch die Sportberichterstattung in den Medien (TV, Radio und vor allem in den Zeitungen)

S - Southern CrossSouthern Cross: ist Teil der neuseeländischen Fahne (vier rote Sterne mit weißem Rand auf der rechten Seite der blauen Flagge, links oben ist der Union Jack von Großbritannien als Symbol für den Commonwealth of Nations zu sehen) und ein Sternbild, dass nur auf der südlichen Hemisphäre zu sehen ist, auch in der australischen Fahne ist das Southern Cross enthalten (allerdings mit allen fünf Sternen)

T - TourismTourismus: wenn die Kiwis in einer Sache Weltmeister sind und Auszeichnungen bekommen sollten dann im Tourismus, das Land mit seiner Schönheit und Einzigartikeit ist Exportgut Nummer Eins, dabei schaffen die Kiwis es auch so gut wie alles (!) zu vermarkten oder als Attraktion anzupreisen um daraus Geld zu schlagen (Australien im Vergleich dazu versagt), jeder Tourismus-Manager sollte daher mindestens eine Exkursion nach Neuseeland machen um zu lernen wie erfolgreich Landschaft und ein Land vermarktet werden kann

U - UNITECUNITEC: meine Uni (eigentlich nur ein Institute) an der ich studiert habe, Bildung ist in Neuseeland übrigens sehr teuer: pro Semester sind Gebühren zwischen 3.000 und 4.000 Euro fällig, viele können sich ein das Studium meist nur über einen Kredit leisten, der dann nach dem Abschluss mühsam abbezahlt werden muss, daher gehen viele Kiwis nach der Ausbildung nach Australien da dort das Lohnniveau deutlich höher ist (Unis kosten dort auch deutlich mehr)

V - Virgin BlueVirgin Blue: eine australische Billigfluglinie, die auch Neuseeland bedient und unter anderem Inlandsflüge anbietet (die ich deutlich besser als JetStar finde – aber natürlich geht nichts über die Air New Zealand), Fliegen ist aufgrund der Größe des Landes übrigens sehr beliebt und auch günstig – Inlandsflüge wie auch Flüge nach Australien sind oft zu Spottpreisen zu bekommen, Neuseeland gehört übrigens zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Flughäfen und -plätzen pro Einwohner

W - Warrant Of FitnessWOF (oder “Warrant Of Fitness”): ist das “Pickerl” fürs Auto und einmal im Jahr fällig, Das Auto-Anmelden ist übrigens eine zwei-Minuten-Angelegenheit und wird am Postamt (!) erledigt, der neuseeländische Verkehr übrigens sehr Auto-fokussiert: pro Einwohner ist ungefähr ein Auto/LKW registriert (in Österreich liegt die Rate nur bei 72 %) und öffentliche Verkehrsmittel sind schlecht entwickelt (es gibt zB nur drei Überland-Eisenbahnlinien und die Bahnen sind meistens noch nicht elektrifiziert)

X - X-MasX-Mas: Weihnachten auf der Südhalbkugel ist anders, statt Schnee und Glühwein gibt es Strand und BBQ, gefeiert wird vor allem im Kreise der Familie – viele nehmen sich von den Feiertagen an bis Ende Jänner überhaupt frei, um den Sommer so richtig genießen zu können, es dürfte überhaupt sehr ruhig sein – so hat das Eisenbahnnetz über Weihnachten etwa total geschlossen, interessanterweise wird Weihnachten auch hier immer mit Weihnachtsbäumen, Schnee, Rentieren, etc. verbunden – die Deko ist übrigens sehr üppig und kitschig

Y - YHAYHA: ist nur eine von vielen Hostel-Ketten, die günstige Unterkünfte (meist auch “Backpacker” genannt) anbieten, diese Backpacker sind im ganzen Land zu finden – wie Neuseeland generell sehr vom Tourismus abhängig ist, bereits jeder vierte Job hat mit dem Tourismus zu tun, besonders beliebt ist das Land mit den vielen Reisemöglichkeiten und der einmaligen Landschaft übrigens bei “jungen Weltentdeckern” und der “älteren Generation” (ja es stimmt: vor allem Deutsche sind besonders oft anzutreffen)

Z - ZMZM: so nennt sich nur einer von vielen neuseeländischen Radiosendern (in Auckland auf 91,0 FM), ZM, MoreFM und TheEdge haben mich in den letzten Monaten begleitet, Unterschied zu österreichischen Sendern gibt es wenige – es wird nur mehr gequatscht (was weniger Musik bedeutet) und die meisten Sender haben Doppelmoderatoren zu den Hauptsendezeiten (Morning Show, Drivetime), die großen Sender sind übrigens landesweit auf unterschiedlichen Frequenzen zu hören und haben auch lokale Werbefenster – und fast alle gehören zu einer der beiden riesigen Senderketten

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